Stadtrat

PIRATEN beantragen Zukunftswerkstatt

„So, wie ich mich in meinen eigenen vier Wänden wohlfühle, weil ich sie
mit eingerichtet habe, so möchte ich mich auch in meiner Stadt fühlen,
weil ich sie mit gestalten durfte“, erklärt Werner Heise,
Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei im Rat der Stadt Wolfenbüttel,
einleitend einen jetzt eingereichten gemeinsamen Antrag der PIRATEN und
des Bürgermitglieds im Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt
Rainer Elsner. Aufbauend auf dem bereits genehmigten Antrag von der
Fraktion Bündnis90 / Die Grünen zur Bürgerbeteiligung bei der
Umgestaltung der Reichsstraße möchten die PIRATEN und Elsner diesen
konkretisieren.
„Wir haben zwar beschlossen die Bürger zu beteiligen, aber wie das
konkret aussehen soll, steht bislang nicht fest. Wir möchten daher für
Klarheit sorgen“, so Heise. „In persönlichen Gesprächen, Leserbriefen
und Presseartikeln hat man gesehen wie sich die Bürger kritisch mit der
Umgestaltung des Kornmarktes und der Reichsstraße auseinandersetzen und
viele gute Ideen vorbringen. Wer solch ein Interesse an seiner Stadt
zeigt, soll auch an der Umsetzung mit seinen Ideen beteiligt werden.“

Mitreden, Ideen einbringen und gemeinsam gestalten, das sei das
gewünschte Ziel. Daher beantragen das Bürgermitglied und die
Piratenpartei für die Umgestaltung der Reichsstraße sowie für die
Detailplanung des Kornmarktes die Durchführung einer Zukunftswerkstatt.
Das unter anderem vom Zukunftsforscher Robert Jungk in den 70er Jahren
entwickelte Verfahren führt Personen in Gruppen zusammen um gemeinsam in
moderierter Form neue Ideen aus Visionen zu entwickeln. Der konkrete
Ablauf orientiert sich an der gestellten Aufgabe und ist grob in 3
Phasen eingeteilt.

Die 1. Phase ist die Beschwerde- und Kritikphase. Sie dient der
kritischen Aufarbeitung des Problems und der Bestimmung des Ist-Zustandes.
Die 2. Phase ist die Phantasie- und Utopiephase. In dieser Phase soll
der Ist-Zustand mit sozialer Phantasie und Kreativität überwunden
werden. Hier sind quasi alle Gedanken erlaubt – auch solche, die
scheinbar nicht zu verwirklichen sind. Es wird ein Wunschhorizont
entwickelt.
Die 3. Phase ist die Verwirklichungs- und Praxisphase. Die Wünsche
werden zu Forderungen und Projektansätzen verdichtet. Das Erarbeitete
wird auf die Realität zurechtgestutzt.

Eine größere Zahl von Bürgerinnen und Bürgern, unter ihnen auch Anwohner
und andere Betroffene, soll dabei beteiligt werden. Die Auswahl der
Personen muss transparent und nachvollziehbar sein.

Das Bürgermitglied Rainer Elsner und der Pirat Werner Heise sehen in
diesem Antrag nicht nur einen Lösungsansatz zur Gestaltung des Bereiches
Kornmarkt und Reichsstraße. Sofern man diese Methode der
Bürgerbeteiligung, welche bereits in anderen Kommunen Anwendung fand,
erfolgreich für Wolfenbüttel an diesem Beispiel testet, sei die
Zukunftswerkstatt ein geeignetes Mittel die Bürgerinnen und Bürger auch
bei einer grundsätzlichen Neugestaltung der Innenstadt mit ins Boot zu
holen.