Allgemein Kommunal

„Gute Wahl statt Qual“

Am Samstag den 29. Mai findet auf dem Schlossplatz in Wolfenbüttel  eine Demonstration gegen die im östlichen Niedersachsen geplanten Hühnermastanlagen, unter dem Motto „Gute Wahl statt Qual“, statt.

Initiiert wurde die Demo von den  Bürgerinistativen aus Burgdorf/Berel, Cramme, Hämelerwald,  Groß Solschen und Üfingen/Alvesse. Auch die Piratenpartei mit Mitgliedern aus mehreren Kreisverbänden schliesst sich der Demonstration an.

Durch die Genehmigung der Großschlachtanlage in Wietze bei Celle, gegen den Protest der dagegen gegründeten Bürgerinistative, ist der großflächige Bau von Hühnermastanlagen geplant.

Der Umbau einer ganzen Kulturlandschaft in Ostniedersachsen wäre mit dem Schlachthofbau besiegelt, denn um die voraussichtliche Schlachtkapazität dieser Geflügelschlachtanlage mit einer Kapazität von 2,59 Mio. Hühnern pro Woche zu decken, sind ca. 420 Hühnermastanlagen notwendig, die im Umkreis von 100 km der Schlachtanlage errichtet werden sollen. Da auf Grund der günstigeren Verkehrswege bevorzugt an der Autobahn Mastställe entstehen sollen, wird die A7 bereits spaßhaft als „Hähnchen-Highway“ bezeichnet. Nachdem sich im Emsland schon Maststall an Maststall reiht, soll nun auch das östliche Niedersachsen mit weiteren Anlagen übersät werden; eine Landschaft, in der die bäuerliche Gemeinschaft weitestgehend vom Anbau von Feldfrüchten lebt. Felderwirtschaft, Landschaftsbild, Artenvielfalt und Naherholungswert würden sich drastisch verändern. Es ist untragbar, dass die Bürger der betroffenen Gemeinden nicht in die Entscheidungsprozesse für die Genehmigung der zur Zeit beantragten Hühnermastanlagen einbezogen werden, geschweige denn, dass die Bürger zu diesem Problem gehört werden.

In diesem Zusammenhang können wir die Ernennung von Astrid Grotelüschen (CDU) zur Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung nicht gutheißen. Eine Politikerin, die Leiterin der zweitgrößten Mastputen-Brüterei Deutschlands ist, außerdem Beraterin des Stammunternehmens ist, kann nicht unvoreingenommen und unabhängig agieren. Wir befürchten, dass hier eindeutig Lobbypolitik zu Gunsten der Massentierhalter betrieben wird.

Geschrieben von Michael Leukert