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Petition zum Verbot von Hybridrassen in der Hühnermast

In Wietze, Landkreis Celle, soll von der „Emsland Frischgeflügel GmbH“ eine Geflügelschlachterei errichtet werden und vorraussichtlich schon im Dezember 2010 in Betrieb gehen.
Dabei wurde die ursprünglich geplante Schlachtkapazität im Nachhinein verdoppelt. Bei der vorraussichtlichen Schlachtkapazität von 2,59 Mio. Hühnern pro Woche, sind hierfür ca. 420 Hühnermastanlagen notwendig, wenn man Anlagengrößen mit jeweils 40.000 Hühnern annimmt. Man kann von dieser Größe der Mastanlagen ausgehen, weil die Betreiber hierbei keine Filteranlagen installieren müssen. Erst bei Anlagen mit über 40.000 Hühnern sind diese zwingend vorgeschrieben. Auch bedarf es dann keiner Umweltverträglichkeitsprüfung. Baugenehmigungen werden in diesen Fällen ohne Auflagen erteilt. Um die Transportwege kurz zu halten, werden die Mastanlagen im Umkreis von 100 Km der Schlachtanlage errichtet.
Die immer wieder von den Bauern vorgebrachte Behauptung, das eine steigende Nachfrage nach Hähnchenfleisch bestehe, wird durch neuste Statistiken widerlegt, die besagen, das zur Zeit mit den bestehenden Mastanlagen eine Deckung von 102 % des Bedarfes in Deutschland erreicht ist. Daraus läßt sich schließen, dass das nunmehr zusätzlich zu produzierende Fleisch ausschließlich für den Export gedacht ist und außerdem dazu dienen soll, unliebsame Konkurrenten auf dem heimischen Markt durch Preiskampf zu verdrängen.

Die Bürgerinistativen in den betroffenen Gemeinden kritisieren die tierquälerische Zucht und Haltung, die entstehenden Gräben in den Dörfern, die Auswirkungen auf Nachbarschaft und Immobilienwerte, die Schädigung der Gesundheit und der Umwelt durch Emissionen und Feinstäube, die ruinösen und steuersubventionierten Überschuss-Exporte, die Abhängigkeit der Landwirte von agrarindustriellen Konzernen, die Zerstörung von Bauernhöfen und eine deutlich absehbare Überproduktion.

Da mit normalen Hühnerrassen nicht die erwünschten Renditen zu erzielen wären, werden in Mastanlagen Hybridrassen eingesetzt, die alle Vorraussetzungen einer Qualzucht erfüllen.
Die Bürgerinistative Denkte / Sottmar hat sich mit einer Online Petition zum Verbot von Hybridrassen in der Hühnermast an den Deutschen Bundestag gewandt. Hier der komplette Wortlaut der Petition:

Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge beschließen , den Einsatz sogenannter Hybridrassen in der Hühnermast zu verbieten, da es sich bei diesen Zuchtlinien um Qualzuchten handelt und somit ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§11b) vorliegt.

Begründung
Den derzeit in der Bundesrepublik eingesetzten Zuchtlinien in der Hühnermast (sog. Hybridrassen) wird systematisch, durch Zucht, das natürliche Sättigungsgefühl genommen. Die Tiere entwickeln hierdurch ein unnatürliches Fleischmasse-Wachstum und ein, ebenfalls durch Züchtung, krankhaft gefördertes Wachstum der Brust. Die Tiere erreichen, unter dem Einsatz von hoch proteinhaltigem Kraftfutter, ihr Schlachtgewicht von 1,4 bis 1,6 kg bereits im Alter von 30 bis 35 Tagen, bei einem Ausgangsgewicht von wenigen g/Tier .
Mit diesem unnatürlichen Wachstum können innere Organe und der Bewegungsapparat nicht mithalten. Durch den unnatürlich groß gezüchteten Brustmuskel hat sich der Körperschwerpunkt der Tiere verlagert. Beine und Hüften können diesem Druck und der starken Spannung nicht mehr standhalten. Das kann zu Verdrehungen der Beine und schmerzhafte Beindeformationen führen. Die Tiere humpeln, lahmen oder können sich aufgrund der Schmerzen gar nicht mehr fortbewegen. Infolge der raschen Gewichtszunahme leiden die Vögel häufig unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele sterben am plötzlichen Herztod (SDS) oder an Bauchwassersucht (Aszites). Die Todesrate der Hochleistungshühner ist im Vergleich zu langsam wachsenden Masthühnern um das Vierfache höher.
Obwohl Masthühner in der Regel noch nicht einmal sechs Wochen alt werden, leiden die Tiere zum Schlachttermin regelmäßig an zahlreichen schmerzhaften Krankheiten. Besonders häufig sind:
Abgleiten der Achillessehne vom Sprunggelenk,
Wirbelsäulenverkrümmungen durch Verengungen des Rückenmarks,
Abnormales Knorpelwachstum,
Knochenmarkentzündungen,
Brustblasen (Verätzungen),
Muskelkrankheiten,
Herz-Kreislauf-Versagen,
Fettleber-Nieren-Syndrome.
Die Krankheiten tragen dazu bei, dass schon nach 30 bis 35 Tagen 6-7% der Tiere gestorben sind. Eine erschreckende Quote, die sich bei einer längeren Mast noch deutlich erhöhen würde.

Diese Petition verdient in unseren Augen Unterstützung, denn leider ist zu beobachten, das die landwirtschaftlichen Betriebe mit Tierhaltung immer mehr zu Agrarfabriken werden. Zu den leidtragen gehören als erstes die Tiere.
Hier geht es zur Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=10187

Geschrieben von Michael Leukert