Allgemein Kommunal

Bis zum letzten Huhn

Ausgelöst durch den geplanten Bau einer Großschlachterei der Firma Emsland Frischgeflügel, könnten viele Landkreise rund um Celle durch Gründungen von Hühnermastanlagen überschwemmt werden. Nötig zur Auslastung der Schlachtkapazität sind 150 – 200 Mastställe im Umkreis von 100 Km um Wietze, beantragt sind bis Dato allein vier im Landkreis Wolfenbüttel und in Salzgitter. Betroffen sind die Gemeinden Cramme, Groß Denkte, Baddeckenstedt und Berel/Lesse. Küken
Die Piratenpartei tritt dafür ein, Bürger am politischen Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen. Dieses demokratische Mittel wird in den Genehmigungsverfahren der Hühnermastanlagen sträflich missachtet. Den betroffenen Bürgern soll eine Verschlechterung ihrer Lebensumstände zugemutet werden. Eine erhöhte Belastung durch Feinstaub, Lärm der Belüftungen, Gerüche und erhöhter LKW Verkehr wird befürchtet, Gegenargumente welche diese Befürchtungen wiederlegen gibt es nicht. Aus diesen Gründen haben sich in den jeweiligen Gemeinden inzwischen Bürgerinitiativen zusammengefunden.
Weiterer Fakt ist, dass eine Versicherungspflicht für die Betreiber nicht besteht. Bei einer Umweltkatastrophe mittleren bis größeren Ausmaßes und nachfolgend wahrscheinlicher Pleite der Betreiber würden die betroffenen Bürger und Bauern auf ihren Schäden sitzen bleiben. Des Weiteren wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgangen, indem (bis auf Baddeckenstedt, wo 80.000 Hühner gemästet werden sollen) die Mastanlagen für 39.000 Hühner konzipiert werden. Die Umweltprüfung wird erst ab 40.000 Plätzen zwingend vorgeschrieben. Auch eine Verpflichtung zum Einbau von Filteranlagen besteht erst bei Überschreiten dieses Grenzwertes. Eine Entnahme von Boden- und Grundwasserproben, die Umweltprobleme aufdecken könnte, ist von Seiten des Landkreises ebenfalls nicht geplant. Eine belastbare Abschätzung der mittel- bis langfristigen Folgen findet nicht statt.
Daher fordert die Piratenpartei:
• Kein Bau von Geflügelmastställen in Naturschutzgebieten oder entlang der Vogelfluglinien
• Regelmäßige Kontrollen zur Sicherstellung des Tierschutzes
• Erstellen von Umweltverträglichkeitsprüfungen auch bei Ställen unter 40.000 Mastplätzen
• Entfernung von Wohngebieten mindestens 1 km
• Umweltfreundliche Kot-Verwertung in modernen Biogasanlagen
• Einsatz modernster Technik (z. B. Filter) zum Schutz von Mensch und Tier
• Regelmäßige Kontrollen von Boden und Grundwasser

Geschrieben von Michael Leukert und Arne Hattendorf